Glossar
BiPRO, kurz erklärt.
Ohne Normendeutsch.
In Angeboten und Gesprächen fallen dauernd dreistellige Nummern. Hier steht, was dahintersteckt — und warum die meisten davon Sie eigentlich gar nicht kümmern sollten.
Die drei, die im Alltag zählen
- BiPRO 430 — die Gesellschaft liefert Ihnen Dokumente elektronisch
- BiPRO 440 — Sprung ins Portal der Gesellschaft ohne Anmeldung
- TAA / 420 — Tarifierung, Angebot, Antrag: die Grundlage jedes Vergleichsrechners
Was ist BiPRO?
BiPRO steht für Brancheninstitut für Prozessoptimierung — ein 2006 gegründeter, unabhängiger Verein mit Sitz in Düsseldorf. Gemeinsam mit Versicherungsunternehmen, Vertriebspartnern und weiteren Dienstleistern entwickelt er technische Normen, die unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse im Finanzdienstleistungssektor vereinheitlichen sollen.
Kurz gesagt: BiPRO legt fest, in welcher Sprache Versicherer und Vermittler technisch miteinander reden.
Was ist BiPRO 430?
Eine Transferservice-Norm zur Übermittlung allgemeiner Geschäftsvorfälle. Dokumente — etwa Nachträge zu Policen oder GDV-Bestandsdateien — werden vom Versicherungsunternehmen zum Makler übertragen, und zwar in einem Format, das sich automatisch weiterverarbeiten lässt. Rund 300 Geschäftsvorfälle sind dabei kategorisiert.
Die Norm beschreibt den gesamten Prozess, fachlich wie technisch. Für Sie ist das die Norm, die dafür sorgt, dass Post gar nicht erst als Post ankommt.
Was ist BiPRO 440?
Die Norm 440 regelt den Zugriff auf das Online-Portal eines Versicherers — meist das ExtraNet. Mit einem Prozess nach BiPRO 440 fragt Ihre Software unmittelbar eine bestimmte Adresse ab, die Ihnen automatisch Zugriff auf das Maklerportal der Gesellschaft gewährt, um sich über die Verträge Ihres Mandanten zu informieren.
Das manuelle Einloggen entfällt, ebenso der Umweg über den Maklerbetreuer. In der Praxis heißt das: ein Klick aus dem Verwaltungsprogramm direkt in den Vertrag.
Was ist BiPRO TAA?
TAA steht für den digital gesteuerten Prozess rund um das Dreigespann Tarifierung – Angebot – Antrag. Nahezu jeder Vergleichsrechner für Versicherungsprodukte arbeitet damit.
Weil es um spartenübergreifende Grundlagen geht, ist TAA immer im Zusammenhang mit der Norm 420 zu sehen. Darunter liegen die spartenspezifischen Normen:
- BiPRO 421 — Sach, Unfall und Haftpflicht
- BiPRO 422 — Lebensversicherungen
- BiPRO 423 — KFZ-Versicherungen
- BiPRO 424 — private Krankenversicherung
- BiPRO 425 — Rechtsschutz
- BiPRO 426 — Gewerbeversicherung
Was ist BiPRO 420?
Die Norm 420 gehört zum Bereich Tarifierung, Angebot, Antrag und ist die Grundlage für die spartenspezifischen Services.
Für Sie als Vermittler ist es zwar nicht in erster Linie wichtig, einzelne Anträge unmittelbar an den Server der Gesellschaft zu schicken — aber die Software, mit der Sie Angebote erstellen und bearbeiten, muss diese Norm unterstützen. Nur so ist eine Bearbeitung möglich, die genau auf Gesellschaft und Sparte zugeschnitten ist.
Was ist BiPRO 480.4?
Die Norm 480.4 dient der Abfrage von Providerdaten zu einzelnen Versicherungskunden. Sie beschreibt den fachlichen Rahmen für den gefilterten Abruf von Partnerlisten mit den elementarsten Daten.
Sie ergänzt die Norm 480.0, den generischen Listenservice. Zusammen ermöglichen beide eine Beauskunftung der relevanten Daten.
Was ist BiPRO 500?
Die Normreihe 500 definiert Prozesse bei Änderungen von Bestandsdaten. Dazu gehören der Vertrags-, Partner-, Schadens- und Förderservice ebenso wie die Vertragsservices für Kraftfahrt, Komposit (SUH), Leben, private Krankenversicherung sowie Gewerbe und Industrie.
Angesprochen wird die Schnittstelle meist aus einem Maklerverwaltungsprogramm heraus. In der BiPRO///BOX steht sie bereits als Schnittstelle zur Verfügung.
Was ist BiPRO 501?
Die Norm 501, der sogenannte Partner-Service, stellt Funktionen für die Änderung partnerbezogener Bestandsdaten bereit. So lassen sich etwa eine neue Anschrift oder eine geänderte Bankverbindung direkt aus der Maske der BiPRO///BOX elektronisch an die Gesellschaft übermitteln.
Wir können die Norm über die BiPRO///BOX bereitstellen, sobald die jeweilige Versicherung sie anbietet — die Reihenfolge bestimmt also der Versicherer, nicht wir.
Ehrlich gesagt: wenig. Die Normen sind dafür da, dass Software miteinander redet — nicht dafür, dass Sie sie auswendig lernen. Relevant wird es genau dann, wenn Sie prüfen, ob eine Gesellschaft an Ihre Lösung angebunden ist. Genau diese Übersicht führen wir für Sie.
Sie müssen die Normen nicht kennen.
Die BiPRO///BOX spricht sie für Sie — und wählt selbst den Weg, der bei der jeweiligen Gesellschaft funktioniert.